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Unternehmen binden verstärkt Rentner ein

Der Jugendwahn der vergangenen Jahrzehnte, in denen ältere Arbeitnehmer in Frührente geschickt wurden, ist passé. Unter Einfluss des Fachkräftemangels vollziehen immer mehr Unternehmen eine klare Kehrtwende und rekrutieren ihre Rentner. Ob Bosch, Siemens oder der Otto-Versand, immer mehr Konzerne setzen auf die Beratungskompetenz ihrer Ehemaligen. Ein Trend, der sich quer durch alle Branchen und Firmengrößen zieht: Gerade dort, wo es an Know-how und Personal fehlt, sind die „alten Haase“ mit ihrer Erfahrung wieder gefragt. Die ehemaligen Mitarbeiter kennen die Abläufe im Betrieb aus dem Effeff, so können sie ohne lange Einarbeitungszeiten ihr fundiertes Know-how abrufen. Zudem bringen die älteren Mitarbeiter eine Menge Arbeitsdisziplin und Verantwortungsgefühl mit. Doch nicht nur die Arbeitgeber profitieren von der Einbindung älterer Mitarbeiter. Die meisten Rentner erfahren ihre Beschäftigung nicht nur als finanzielle, sondern auch als persönliche Bereicherung. Beruflich wieder gebraucht zu werden, ist für viele eine motivierende Bestätigung.

KD Böse berät Unternehmen und Rentner bei der Umsetzung individueller Beschäftigungsmodelle. Dabei gilt es, vor allem die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Denn vor dem Renteneintrittsalter von derzeit 65 Jahren setzt der Gesetzgeber strikte Beschränkungen: Maximal 450 Euro darf hinzuverdienen, wer vor dem 65. Lebensjahr Rente bezieht und nebenbei arbeitet. Eine strikte Grenze, die nur wenig Gestaltungsfreiraum zulässt. Nur an zwei Monaten im Jahr darf die Hinzuverdienstgrenze überschritten werden und zwar um maximal das Doppelte des sonstigen Verdienstes. Sobald ein Rentner unter 65 dauerhaft mehr als 450 Euro verdient, wirkt sich das negativ auf die Renteauszahlung aus. Ganz anders sieht es bei den über 65-Järigen aus: Sie dürfen unbegrenzt hinzuverdienen und haben netto mehr in der Tasche als normal Beschäftigte, da Rentner nicht mehr in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen. Eine Vergünstigung, die allerdings nur die Rentner betrifft, deren Arbeitgeber müssen weiterhin den vollen Sozialversicherungsbetrag abführen.

Unser Fazit: Eine langfristige Einbindung über die Verrentung hinaus, bietet viele Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die höhere Akzeptanz gegenüber älteren Mitarbeitern sollte allerdings nicht nur ein Zugeständnis aufgrund des Fachkräftemangels, sondern eine ehrlich empfundene Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern im Ruhestand sein.