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Die Renaissance eines Bahnhofs

Wo sich in vergangenen Zeiten Szenen des Abschieds und Wiedersehens abspielten, ist ein neuer Ort der Begegnung entstanden. Im „Kulturbahnhof“ kann man sich ab sofort nicht nur auf eine gesellige Brotzeit verabreden. Eine liebevolle Mischung aus Gastronomie und Kulturbetrieb gibt hier künftig Ausstellungen und Kabarett einen erfrischend lebensnahen Rahmen.

Der Rimstinger Bahnhof ist nach über 20 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Als Kulturbahnhof beherbergt nun das restaurierte Bahnhofsgebäude von 1911 im Erdgeschoss einen gemütlichen Schankraum für bis zu 50 Personen. Zudem finden Gäste von nah und fern im Biergarten reichlich Platz. Im Schatten der Königslinde wird auch der historische Ursprung des Bahnhofs deutlich: Genau hier stand von 1882 bis 1887 der persönliche Wartesaal-Pavillon des „Märchenkönigs“. Denn wenn Ludwigs II. sein Schloss auf Herrenchiemsee besuchte, reiste er mit dem Zug von München an, um dann in Rimsting in seine Kutsche umzusteigen. Wie viele Emotionen und Erinnerung darüber hinaus mit dem Rimstinger Bahnhof verbunden sind, machte Inhaber Hans Fritz in seiner Eröffnungsansprache vergangene Woche deutlich. Der Bahnhof habe in seiner Familie seit sechs Generationen eine Bedeutung und so sei es ihm eine besondere Freude, nun das seit Jahren leer stehende Gebäude wiederbeleben zu können. Als Eigentümer der Firma Serra hat Fritz das umliegende Gelände vor Jahren gekauft und letztendlich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude sanieren lassen.

Auch in punkto Gastronomie geht man im Kulturbahnhof bewusst neue Wege: Speisen und Getränke stammen allesamt aus biologischer Landwirtschaft, zudem serviert man „Unser Wasser“, das hiesige Trinkwasser aus dem Wassergewinnungsgebiet zwischen Bahnhof und Stettener See. „Es gehört zur Philosophie des Hauses, vor allem einheimische Erzeugnisse anzubieten.“ erläutert Fritz. „Heutzutage ein Lokal zu eröffnen, braucht Mut und gute Ideen. Beides hat Hans Fritz bewiesen.“ betonte Bürgermeister Florian Hoffmann anlässlich der Eröffnungsfeier und würdigte den Kulturbahnhof als Schmuckstück und neues Herzeigeobjekt für die Gemeinde Rimsting. Ergänzend zur aktuell laufenden Eröffnungsausstellung (siehe Kulturseite), die man im Obergeschoss des Gebäudes besuchen kann, hat Fritz gemeinsam mit dem Kunstkenner Conny Hofmann ein vielseitiges Kulturprogramm für Herbst und Winter 2006 zusammengestellt.