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Arbeit und Anerkennung für behinderte Menschen

Die Wendelstein Werkstätten in Raubling sind eine soziale Einrichtung der Caritas, aber eigentlich kann man sie als den sozialsten Arbeitgeber der Rosenheimer Region bezeichnen. Insgesamt 440 Mitarbeiter finden hier trotz körperlich-geistiger Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung Arbeit und Selbstwertgefühl.

Es gibt fast nichts, was in den Wendelstein Werkstätten nicht gefertigt, gewaschen, montiert, verpackt, gedruckt oder gestaltet wird. Kenner schätzen schon lange das umfangreiche Sortiment des Rosenheimer Werkstattladens. Zudem wird mit stetig wachsender Nachfrage eine hochwertige Design-Produktlinie gefertigt, die unter dem Markennamen „side by side“ auf dem internationalen Möbelmarkt sogar einen Importeur in Japan überzeugt hat. Gemeinsam mit Nachwuchsdesignern werden Produktneuheiten wie der Schweißer Messerblock oder ein Design-Bügelbrett aus Holz entwickelt und in Raubling gefertigt. Da ist Präzisionsarbeit gefragt und wird von Behinderten geleistet. Die Wendelstein Werkstätten bezeichnen sich als berufliche Heimat für behinderte Menschen und diese Geborgenheit merkt man den Mitarbeitern an. Auf ihre Arbeit angesprochen strahlen einige  übers ganze Gesicht und sind zurecht stolz auf ihren Beitrag zum Erfolg. Kürzlich ist der 1.500ste Holzwäscheständer produziert worden. Nun steht er golden lasiert im Eingangsbereich der Raublinger Werkstätten, in die täglich 130 behinderte Mitarbeiter aus nah und fern kommen. In der sehr gut ausgestatteten Schreinerei wird ganz bewusst vor allem Holz aus der hiesigen Region verarbeitet. Die festen Arbeitsgruppen werden von Handwerkern mit Meisterbrief und zusätzlicher heilpädagogischer Ausbildung geleitet. Seit über 25 Jahren sind die Werkstätten hier angesiedelt und inzwischen auf vier Standorte in Rosenheim und Raubling gewachsen. Zahlreiche Unternehmen verlassen sich auf eine einwandfreie Auftragsabwicklung. Die Produktionsbereiche könnten vielseitiger nicht sein: Von der Schreinerei über die Großwäscherei bis zur hauseigenen Küche können behinderte Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten arbeiten und leistungsgerecht ihr eigenes Geld verdienen. Diese Chance auf Eigenständigkeit bleibt den meisten im so genannten ersten Arbeitsmarkt verwehrt. In den Wendelstein Werkstätten werden sie fachkundig angeleitet und  zudem durch wöchentlichen Therapien gefördert. Die behinderten Menschen werden als Arbeitnehmer erst genommen, so gibt es seit fünf Jahren einen Werkstattrat, den Einrichtungsleiter Martin Georgii in Entscheidungen einbezieht. Vergangene Woche wurde die eigene Homepage ins Internet gestellt – natürlich in Eigenregie durch Kompass-Mitarbeiter. Kompass, das Werk für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung ist in der gesamten Region einmalig und bietet 45 Mitarbeitern Beschäftigung und Ausbildung. Im Bereich „Computer & Druck“ entstand nun die hauseigene Homepage und Gruppenleiter Heinz Becker ist selbst überrascht über die hohe Qualität der Arbeit. Vor allem freut er sich über den positiven Einfluss, den der Arbeitserfolg auf die Psyche der Mitarbeiter hat. Viele stabilisieren sich hier erstmals und müssen nicht mehr wie zuvor, in regelmäßigen Abständen eine psychiatrische Heilanstalt aufsuchen.